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Autor:Wimpl
Tigerhai



Schwerer Marinepanzer „Tigerhai“, Sd.KFz 2057/2

( Ein nicht ganz ernst zu nehmendes Projekt)




Alles begann auf der Fahrt nach Ried zur heurigen Modellbaumesse. Mein Freund Holger und ich schwadronierten während der Fahrt darüber, endlich ein „What, If,...?- Modell zu bauen. Nachdem ja gerade auf dem Fliegerischen Sektor in letzter Zeit einige dieser Modelle auf den Markt gekommen waren und wir sowieso lieber beim Modellbau auf der Erde bleiben war klar dass es sich um einen Panzer handeln sollte.





Es sollte sich um eine Weiterentwicklung eines Tiger-II-B „Königstiger“ handeln, Marke „Wir haben den Krieg gewonnen und sind auf dem Truppenübungsplatz Peking“ und es sollte ein Luftlandepanzer werden.
War es erst noch ein Hirngespinst, nahm es doch recht bald geistig Gestalt an: Eine scheitellafettierte 12,8 cm- Kanone sollte das Fahrzeug tragen, weiters der Motor nach vorne verlegt werden, hinten sollten Grenadiere aufsitzen können und das Fahrzeug sollte über eine eigenständige Fliegerabwehrlenkwaffenanlage verfügen.





Nur wie bringt man das alles unter? Pläne zeichnen brachte mir nichts, also musste einmal das benötigte Grundmaterial besorgt werden und alles ohne Vorbereitung zusammengebastelt werden: Polystirolplatten mit 3 mm Wandstärke für die Wanne, ein Rohr von Jordi Rubio lag auch zu Hause noch rum, einen Revell-Bausatz eines Jagdtigers konnte man sich schnell besorgen sowie diverse Kleinteile ebenfalls, damit konnte es eigentlich losgehen. Schnell war mir klar, die Kanone als Hauptbewaffnung war mächtig, also wirklich groß und verlangte deshalb nach einer entsprechenden Lagerung. Die oben genannten Grenadiere unterzubringen und den Motor (klarerweise stärker als der reale, da als Gasturbine ausgeführt) nach vorne zu verlegen brachte eine massive Verlängerung- und Verbreiterung der Wanne des Königstigers. Diese konnte ich also beim besten Willen nicht verwenden! Darum entschloß´ich mich zum kompletten Eigenbau.



Als die ersten Platten geschnitten und zusammengefügt waren wurde bald klar, dass dieses Fahrzeug den Rahmen der Vernunft sprengen würde: Die Unterwanne war genauso breit wie ein kompletter Königstiger, die Länge wurde um knapp 10 Zentimeter überschritten. Luftlandepanzer fiel damit aus, dieses Ding hätte man nur mit einigen „Haunebu- Flugscheiben“ bewegen können (Eindeutig eines der nächsten Projekte).



Im Laufwerk mussten aufgrund der Länge massive Änderungen vorgenommen werden. So wurde das Schachtellaufwerk gestreckt sowie oben drei Stützrollen angebracht. Ebenso wurden pro Seite 5 Stoßdämpfer eingebaut.



Kam nur mehr die Höhe der Wanne, die noch festgelegt werden musste. Um die Dimensionen zu wahren und auch ein gefälliges Äußeres zu erzielen, dabei aber die Form einer Königstiger-Wanne zu behalten wurde das Ding langsam richtig groß. Die Wannenhöhe würde im Realen knapp 2,80 Meter betragen.



Der nächste Schritt, nach Einbau der Lüfterauslässe an den Seiten war es die Seitenwände anzusetzen, dabei eine Neigung zu erzielen und alle Winkel und Höhen einzuhalten. Nach längerer Trocknungszeit sowie Einbau von verschiedensten Versteifungen konnte die Deckplatte angesetzt werden. Fehlte nur noch die Heckwand. Hier sollte ja eine Ausstiegsluke hinkommen, auf der die Grenadiere das Fahrzeug wie über eine Falltür verlassen können. Nach anbringen einer Grundplatte wurde diese Rampe angesetzt, seitlich noch Verstärkungen und damit war die Heckwand ebenfalls auf dem selben Level. Nachdem sich hier ein Knick befand, der sich aus der Tatsache ergab dass Unter- und Oberwanne leicht unterschiedliche Neigungen besaßen konnte dieser Makel unsichtbar gemacht werden.



Ich kam zum Turm, besser zur Scheitellafette: Die Kanone aus dem Revellbausatz wurde übernommen und nur ein wenig überarbeitet. So wurden diverse Löcher gestopft, Spalten verspachtelt und der Verschluß aufgefüllt. Die Lagerung musste komplett erneuert werden, eine Lademöglichkeit überlegt werden. Nebenbei wurden dann auf die runde Drehplatte noch alle Sichteinrichtungen, Luken, Griffe und anderes untergebracht.



Über dem Rohr wurde eine Wärmebildkamera untergebracht, neben dem Rohr die Lagerung und Panzerung für ein Maschinengewehr montiert. Danach wurden alle Leitungen verlegt und das gesamte Ding oben auf der Wanne auf dem Rest eines defekten Halogenspots montiert.



Links und rechts hinten brachte ich kleine Plattformen an, auf denen später die Luken für die Grenadiere montiert sein sollten. Vor dem Geschütz habe ich, wie bei den Deutschen üblich links und rechts je eine Luke für Fahrer und Funker angebracht.



Nachdem die Fixpunkte nun festgelegt waren ging es nun an die Kleinigkeiten. Hier konnten große Teile des mittlerweile arg zerfledderten Bausatzes verwendet werden. Die vorhandene Kettenabdeckung musste um 7 Zentimeter verlängert werden, diverse Teile des Jagdtigers wurden zurechtgestutzt , aus Kupferdraht habe ich noch ein Abschleppseil gedreht und montiert. Zu diesem Zeitpunkt ergab sich, dass ich wirklich genau gearbeitet hatte und alles gut verklebt habe: Der Bausatz stürzte einmal ab! Doch bis auf eine Laufrolle hat sich nichts gelöst!!



So langsam waren alle Teile der Motorabdeckung montiert, auch am Bug waren Rohrstütze sowie Lampe und Schäkelhalterung montiert, das gesamte Werkzeug, Ersatzkettenglieder, Abschleppseil und andere Kleinteile waren montiert, die ersten Teile der Luken für die Grenadiere waren bereits angefertigt, und ich hatte noch immer keine Idee wie das Heck mit der Ausstiegsrampe endgültig aussehen sollte! Also habe ich zur Überbrückung bis die Eingebung kam noch Wasserkanister samt Halterung sowie Nebelwerfer angebaut.




Endlich hatte ich dann die Idee: Die Platte blieb wie sie war und wurde nur mit einem Sichtfenster sowie einer kleineren Ausstiegsluke und einer Schießluke versehen, die das Aussteigen ohne langwieriges Öffnen der Rampe und zur Not böse hinterlistige Gegner hinter dem Fahrzeug wegzuputzen möglich macht. Unten noch Scharniere angebracht, noch ein paar Kleinigkeiten und fertig war das Monstrum. Leider hatte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht meine Ketten erhalten, darum ist das Fahrzeug auf allen Fotos barfuß.



Alles in allem kann ich sagen, dass mir der Bau sehr viel Spaß bereitet hat. Endlich mal ein Modell, bei dem man nicht Gefahr laufen muß zu hören: „So hat das aber nicht ausgesehen!“. Bei so einem Projekt kann man seiner Fantasie freien Lauf lassen und bauen wie es einem beliebt. Und man kann selbst auf verschiedenste Verarbeitungsmethoden kommen, die einem dann beim herkömmlichen Modellbau behilflich sind. Ebenso lernt man mit verschiedensten Werkstoffen zu hantieren.
Und wenn jemand sagt:“ Hey, unnötige Verschwendung von Zeit, Material, Modellen und Ressourcen für den Bau eines Modells das es nie gegeben hat!“ kann ich nur sagen: „Immer nur aus der Schachtel bauen ist zwar nett, macht aber längst nicht soviel Spaß wie das freie Schaffen!“


Nun einige Eckdaten:

Bauzeit: ca. 100 Stunden

Maße: Länge: 30 cm, Breite: 14,8 cm, Höhe: 12,5 cm

Ausstattung:
Kanone 12,8 cm Scheitellafettiert,, koaxiales 7,92mm Maschinengewehr, Wärmesuchende Kurzstrecken-Fliegerabwehrlenkwaffen, Wärmebildgeräte für FLA und Kanone, Gasturbine, ABC-Sicher, 6 Grenadiere oder 1 Kleinpanzer als Heckbeladung, 2 Funkgeräte Reichweite 30 km, 2 Nebelwerfer a´3 Rohre

Besatzung: 5 Mann+6 Grenadiere


Verwendete Materialien: 3 mm Polistyrolplatten, 1,5 mm Platten, Teile des Revell-Jagdtigerbausatzes, Reste des SA-7 Bausatzes von SKIF (FlaRak), Lüftungsgitter für einen Leopard-2, Ein Jordi.-Rubio-Rohr, massenhaft Kupferdraht in den verschiedensten Stärken, 2 Kettensätze von Friulmodelissmo, 2 Kanister von Italerie, viel Ideenreichtum und Fantasie, dabei aber immer gewisse technische Vorgaben im Auge.



Weitere Fotos befinden sich unter Treffen vom 04.11.2005

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