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Autor:Michael Valentan
Schweres Infanteriegeschütz 33 auf Panzer I- B (SIG-33)



Schweres Infanteriegeschütz 33 auf Panzer I- B(sIG 33)


Schon vor langer Zeit fiel mir in diversen Büchern über den 2. Weltkrieg ein Fahrzeug auf, welches einen absolut irrsinnigen Aufbau besitzt und aufgrund des Gewichtes auf einem viel zu leichten Laufwerk vorne „in die Knie geht“.

Es handelt sich um das Schwere Infanteriegeschütz 33 auf dem Laufwerk des Panzerkampfwagen I-B. Diese Fahrzeuge waren der erste Versuch der Deutschen Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg der Infanterie schwere Feuerunterstützung geben zu können unter Beibehaltung hoher Mobilität und dem Vorteil eines Panzerschutzes gegen Splitterwirkung bei Gegenfeuer. Also hat man einfach das Infanteriegeschütz auf die Laufwerke beschädigter Panzer I- B gestellt. Klarerweise war diese Lösung keineswegs befriedigend, aber es war der erste Schritt einer langen Entwicklungsreihe, die am Schluss in gewaltigen Fahrzeugen enden sollte.



Wenn man es genau nimmt kann es als Urgroßvater der modernen Panzerartillerie und anderer Feuerunterstützungsfahrzeuge gelten.
Lange Jahre suchte ich nach diesem Fahrzeug um es nachzubauen, leider vergebens. Durch Zufall und einen Tipp durch meinen Freund Holger Nitsche, ebenfalls Mitglied der „IGM Wiener Neustadt“, stieß ich auf eben dieses Modell.
Es handelt sich um einen Umbausatz der Firma „New Connection Models“, der auf dem Panzer I-B (noch besser dem Panzerjäger I-B) der Firma Zvezda (Italery) basiert.
Also wurde dieses Modell sofort bei einem deutschen Händler bestellt, da New Connection- Modelle in Österreich nur sehr schwer zu bekommen sind (leider).
Nachdem ich das Modell am Sonntag in Nürnberg auf der Messe bestellt hatte wurde dieses bereits am Mittwoch (!!!) geliefert und ich hielt das Objekt meiner Begierde in Händen und warf einen Blick auf den Inhalt der 20x15x5 cm messenden Schachtel. (Das nenne ich Kundenservice)

Der Inhalt der Schachtel:

Zum Anfang muss eines gleich gesagt werden: Das Modell besteht aus zwei verschiedenen Materialien, nämlich Spritzgussteilen sowie Kunstharzteilen. Beide sind von sehr hoher Qualität und verlangen eigentlich nicht nach irgendwelchen Superdetailling- Aktionen, doch dazu später.
Die beiliegende Bauanleitung wirkt auf den ersten Blick etwas verwirrend, aber ein Umbau eines Modells ist ja auch etwas für Fortgeschrittene und sollte nicht gleich beim ersten oder zweiten Modell probiert werden.
Aber bei diesem Modell sollte man sich wirklich überlegen, welcher Teil wohin gehört und was durch welches Teil ersetzt werden sollte.

Das Geschütz besteht zur Gänze aus den Spritzgussteilen (im Volksmund „Plastik“ genannt)und liegt als kompletter Bausatz bei, das dieses ja nur einfach auf das Fahrgestell montiert worden war. Die Qualität entspricht in der Detaillierung einem Bausatz von Dragon, stammt aber anscheinend von irgendeiner russischen Firma, vermutlich ALAN, ist also ein Zeugnis für die hohe Qualität der russischen Produkte.
Verbesserungswürdig wäre vielleicht das Rohr, korrekte Räder liegen im Umbausatz bei.



Die Wanne sowie der Aufbau wiederum setzt sich aus vielen kleineren Einbauteilen sowie den größten Teilen des Umbausatzes, der Unterwanne sowie dem Aufbau zusammen.
Alle Teile sind von hoher Qualität, es gibt nur ganz wenige kleine und kleinste Luftbläschen.



Benötigt für den Unterbau werden eigentlich nur die Teile für das Laufwerk, welches nicht beiliegt (eigentlich seltsam, man benötigt vom kompletten Modell des Panzers nur die Laufrollen sowie die Verblendung des Getrieberaumes vorne und einige Kleinteile
Als Beilage liegen dem Bausatz noch ein eigener Decal- Bogen sowie diverse Teile und Teilchen wie 2 Granaten aus Aluminium sowie Munitionskörbe und ähnliches bei.



Soweit zum Thema des Umbausatzes. Noch ein kurzes Wort über die Ketten, welche meiner Meinung nach das Aussehen des Modells komplett verändern als jene welche dem Modell an sich beiliegen. Eine Weichplastikkette von Italery kann es nicht mit einer Kette von Tamyia geschweige denn einer Einzelgliederkette von FRIULMODEL aufnehmen.

Die Ketten

Diejenigen die mich kennen werden sagen: “Was, keine Ätzteile oder Einzelgliederkette?“. Mitnichten, klarerweise wurde für das nicht im Umbausatz beiliegenden Laufwerk eine Einzelkettengliederkette aus Zinn der Firma FRIULMODELL erstanden (Nr. ATL- 20). Die Ketten dieser Firma werden von mir sehr gerne verwendet, haben sie doch eine sehr gelungene Formgebung sowie nach Fertigstellung, Bemalung und Montage einen sehr natürlichen Durchhang.



Für alle die es nicht wissen und sich fragen warum 2 Säckchen mit Kettengliedern; je eines für die linke und die rechte Kette (Wichtig wegen den etwaig herausstehenden Resten des Verbindungsdrahtes, welche innen unter der Wanne liegen sollten).
Klarerweise ist der Zusammenbau einer solchen Kette etwas Nervtötend, weil man stundenlang nichts anderes macht als kleine kurze Drahtstückchen in die dafür vorgesehenen Bohrungen steckt und danach mit Superkleber verklebt. Aber der Anblick gibt dem Aufwand recht. Klarerweise hat Qualität ihren Preis: Man muss schon mit 35 Euro rechnen.

Der BAU


1.Schritt: Begutachtung der Bauteile auf Schäden, Gussfehler, fehlende Teile

Nachdem man ein Modell erhalten/ erstanden hat sollte man als erstes immer alle Bauteile auf etwaige Mängel prüfen.
Dazu packt man alle Teile aus und überprüft anhand einer Liste oder des Bauplanes die Vollzähligkeit. Danach sieht man sich alle Teile genau an, um festzustellen ob sich irgendwo kleine Luftblasen im Kunstharz öffnen und unschöne Vertiefungen erzeugen.
Bei Spritzgussteilen sollte man überprüfen, ob irgendwo Teile nicht oder unvollständig gegossen worden sind oder ob Teile beim Verpacken aus dem Spritzling herausgebrochen sind.
Wenn so was passiert kann man sich die Teile gleich genau ansehen und feststellen, wie viel Spachtelarbeit auf einen wartet. Denn so herausgebrochene Teile haben an der Ausbruchstelle unschöne Kuhlen, die man zuspachteln und verschleifen sollte!
Sollte ein Teil fehlen kann man sich überlegen ob man ihn überhaupt braucht und wenn ja wie man ihn ersetzt.

2.Schritt: Bau des Laufwerkes

Bevor ich mit der Schilderung des Bauvorganges beginne möchte ich anmerken dass dieses Modell für einen Anfänger oder besser jemanden ohne große Erfahrung im Modellbau nicht wirklich das richtige ist. Vor allem ist es kein Modell für Modellbaueinsteiger, da man doch verschiedenstes Werkzeug braucht, das ein Anfänger wahrscheinlich nicht hat.

Zum Bau: Auf den ersten Blick sieht alles sehr einfach aus. Die Bauanleitung zeigt Teile die an andere Teile geklebt werden und so fort. Was sie nicht zeigt sind jene Teile, die zwar angeklebt gehören, aber nicht erwähnt werden. Folglich arbeitete ich ab der 1. Minute mit 2 Bauanleitungen, dem des Umbausatzes und dem des Panzer I-B. Zur leichteren Verständlichkeit benenne ich alle Teile des Bausatzes des Panzers mit I (z.B. I35) und alle Teile des Umbausatzes mit U (z.B.U Stoßdämpfer).
Ich begann damit, die vordere Abdeckung des Getrieberaumes (I 23A) anzupassen. Geht eigentlich recht einfach und bietet keine Probleme! Man muss klarerweise ein paar Spalten verspachteln und anschließend verschleifen, was aber sowieso bei allen Modellen immer der Fall ist. Die obere Abdeckung (U Frontplatte) ließ ich allerdings noch abmontiert, damit ich beim späteren Einbau des Motors mit Getriebeteilen ein wenig Spielraum zum einpassen hatte.
Als nächsten Schritt montierte ich die Achsen der Stützrollen (U Stützrollenachse). Das Material ist fantastisch, hart und doch angenehm zu bearbeiten. Vom Anguß trennt man alle Teile am besten mit einer kleinen Säge, sehr gut geht es aber auch mit einem kleinen elektrischen Handbohrer, in dem man eine kleine Kreissäge einspannt. Das Ding bekommt man in jedem Baumarkt und kostet nur zirka 70 Euro und vereint in sich ein vielseitiges Gerät zum Schleifen, Schneiden, Trennen, Polieren und klarerweise Bohren.
Am besten sollte man die Teile nicht direkt am Bauteil wegschneiden, sonst kann es sein dass dieser bei einem Abrutschen beschädigt wird. Nach dem Abtrennen immer vorsichtig den Rest des Angusses wegschneiden, Chip (kleines Plastikplättchen) für Chip.
Zwischenzeitlich robbe ich immer wieder mal am Boden herum, da mir mal wieder einer der nicht gerade großen Teile aus der Hand auf den Teppich gefallen ist und nun partout nicht gefunden werden will.
Die Teile werden nach erfolgreicher Suche mit Superkleber an das Modell geklebt. Ich verwende am liebsten „Pattex Blitzkleber“ in der kleinen Standflasche. Man kann damit wirklich schön portionieren und es quillt nix aus einer etwaigen Tube.
Der nächste Schritt des Bauplanes sieht vor, den ersten Schwingarm (I 11A) an das Modell zu montieren und mit einem Federstoßdämpfer zu versehen. Kein Problem, man muss nur den Teil (I 12A) zum montieren verwenden, der allerdings im Bauplan des Umbausatzes nicht eingezeichnet ist.
Gut, alle kleinen Teile des vorderen Schwingarmes sind in Position und bewegen sich auch noch so wie es sein soll. Schnell noch die Aufnahmen für das Antriebsrad montieren und fertig ist der erste Teil der Anleitung. Man sollte die sichtbaren Löcher für die Schwingarme etwas ausbohren, damit diese leichter hineinrutschen können.



Nun bleibt es jedem überlassen, was man als nächstes montieren soll. Ich entschloss mich den Innenausbau vorzunehmen, damit am Laufwerk beim Arbeiten nichts abbrechen kann. Hiebei kommen ausschließlich U-Teile zum Einsatz. Als erstes montierte ich die kleinen Stäbchen hinten an den Motorblock. Dabei muss man darauf achten dass diese schlussendlich senkrecht nach unten weisen. Nun wurden die Seitenvorgelege an die Wanneninnenseiten geklebt.

(Dunkle Teile links und rechts außen.)
Nachdem diese perfekt geformten Teile an ihrem Platz waren konnte man die Verbindungsstücke dazwischen montieren. Dabei stellte sich heraus dass eine Seite dieser Stückchen auf jeden Fall um einen knappen Millimeter zu kürzen ist. Dann passte er aber perfekt zwischen Lenkgetriebe und Seitenvorgelege. Nun das Schaltgetriebe. Rechts wird ein kleines, sehr zerbrechliches Stäbchen angeklebt (man sieht es oberhalb des Schaltknüppels nach links unten gerichtet),dann das ganze Getriebe einfach an das Lenkgetriebe (dicker dunkler Teil links im Bild) geklebt.




Nun nur noch die Abdeckung der Kardanwelle montieren und die hintere Wand des Getriebe/ Fahrerraumes einkleben. Alle diese Tätigkeiten sind ohne Probleme durchzuführen, nichts keilt, alle Teile sind perfekt geformt und halten sich am Schluss selbstständig an ihrem Platz, quasi wie bei einer Pressfassung. Nur bei der Kardanwellenabdeckung sollte man die Ausnehmung für den Drehstab etwas größer feilen, damit es natürlich aussieht. Noch nicht montiert habe ich den Schaltknüppel, da dieser etwas länger war und oben aus der Unterwanne herausschaute. Ich wollte einfach nicht riskieren, ihn bei folgenden Arbeiten abzubrechen.

Es wurden nun die Teile der restlichen Inneneinrichtung montiert (Sitz, Lenkhebel,...)
Alle Teile sind wunderschön aus Kunstharz gegossen und klarerweise ebenfalls rein aus dem Umbausatz.
Man sollte nur aufpassen, dass beim Zurechtschnitzen des Sitzes dieser an seiner Lehne unten 2 kurze Stäbe herausstehen hat, welche man an den Sitz selbst montieren soll.Wenn man diese dummerweise wegschneidet (mir passiert) muss man sich anderweitig behelfen, zum Beispiel mit Superkleber „verspachteln“.

Nun kam es zur Montage der Abschleppeinrichtung am Heck des Fahrzeuges. Diese ist eigentlich recht einfach zu montieren, man nimmt dazu die Teile aus dem Bausatz (I 1A, 2x I 2A). Leider stellte sich heraus, dass einer der seitlichen Fixierstangen im Bausatz fehlte. Also nahm ich einfach 2 Nägel, trennte Kopf und Spitze in der korrekten Länge ab und hatte nun 2 perfekt gerundete Stäbchen, die auch noch die korrekte Stärke hatten. Nun konnte ich mich dem Laufwerk widmen. Dieses stammt in Folge komplett aus dem Italery-Bausatz. Wie in dessen Bauplan beschrieben baut man Teil nach Teil zusammen. Damit alle Laufrollenpaare den korrekten Sitz haben steckte ich die Teile einfach an die Unterwanne aus dem Italery - Bausatz. Nachdem der Kleber getrocknet war musste nur noch jeweils der Montagestab des vorderen Laufrollenpaares um je 5 Millimeter gekürzt werden. Nun passten die Teile perfekt an das Modell.
Nun noch Leitrad und Antriebsrad montiert und fertig ist der untere Teil des Laufwerkes. Auch beim Antriebsrad sollte man die ersten 3-4 Millimeter wegschneiden, sonst steht dieses Teil zu weit von der Wand ab.
Zum Abschluss wurde noch der Schaltknüppel montiert und der Innenausbau ist fertig.



Nun wurden zum Abschluss des Laufwerkes noch die Stützrollen an die Achsen geklebt. Man nimmt dafür wieder die Bauteile des Panzer I-B- Modells. (I 17 +I 18)
Damit wäre der Bau des Laufwerkes abgeschlossen und wir können uns nun dem Bau der Aufbauten widmen.
Es empfiehlt sich anzumerken, dass ich die obere Motorabdeckung (U-Teil) noch nicht montiert habe. Damit kann man die nun folgende Ausmalung des Innenraumes leichter bewerkstelligen. Ich nehme dazu nicht unbedingt gerne reines Weiß, sondern eher eine eher elfenbeinmässige Farbe, wie die Nummer UA 021 (Light Grey) von LIFECOLOR.
Diese Farbe hat, wenn gespritzt, einen leichten Stich ins Graue, scheint sonst aber weiß zu sein. Man kann dann noch weiß trockenmalen, um einen noch helleren Anstrich zu erhalten, doch dazu später im Kapitel „Farbgebung Innen und Außen“

3.Schritt: Der Schutzschild und andere Aufbauten

Nachdem nun der Innenraum bis auf diverse Lackierarbeiten fertig ist kommen wir nun zum Wesentlichsten und Markantesten des ganzen Fahrzeuges: Dem Aufbau!
Dieser setzt sich wieder aus vielen kleinen und kleineren, aber auch einigen großen Bauteilen zusammen.
Man beginnt damit, die „Kufen“ für die beiden Räder des Geschützes zu montieren, und zwar 24 Millimeter vom vorderen Beginn der Kettenabdeckung weg und 1 Millimeter nach innen gerückt. (siehe Skizze)



Innere Halterung (Diese mittig der Kufe anbringen, dazu eine der Innen dargestellten Nieten wegschneiden, links auch ein Stück des länglichen Streifens ausschneiden.

Wie es sich zeigte ist der korrekte Platz dieser Teile sehr wichtig, da sonst der Einbau des Greschützes etwas „keilt“.
Hat man es geschafft, diese vier Teile zu montieren, kommt man zum nächsten, und zwar zur Montage des hinteren Lagertisches sowie der beiden nach vorne führenden „Rampen“.
Dazu muss man hinten das Motorheck montieren, eine etwas nervige Arbeit, weil es hier passieren kann dass man extensive Schleifarbeiten absolvieren muss. Denn der Spalt zum Kampfraum ist einfach zu groß.
Also nehme ich eine dünne Polystyrolplatte, schneide ein Streifchen in der Fahrzeugbreite ab, klebe sie mittels Superkleber so an den Spalt, dass er etwas übersteht. Nach Trocknen des Klebers schaut man einfach wie viel Überstand man wirklich braucht, kappt das Plastikstreifchen in der richtigen Länge und schon hat man ein Widerlager zum Zuspachteln.
Nun nur mehr die Spachtelmasse in die so entstandene keilförmige Öffnung füllen, Überschuss wegschneiden (muss keine Millimeterarbeit sein, Überschuss wird weggewaschen); Kleber auf das Teil und ran ans Modell. Klarerweise kommt das Motorheck sowie alle anderen Teile aus dem Umbausatz.

Man sieht hier deutlich den aufgefüllten und verwaschene
Spalt zwischen hinterer Trennwand sowie dem großen
Teil des Motorhecks. Nicht aufgefüllt wäre er einfach zu
auffällig! Wenn man erst drüberlackiert hat und das Modell
altert ist davon nichts mehr zu sehen.

Nicht schrecken, der noch immer überschüssige Spachtel quillt nun aus der Ritze. Also kurz ins Badezimmer und unter fließendem Wasser diesen mit einem dünnen Pinsel (2er, 3er) wegwaschen. Klarerweise sollten alle Superkleberstellen jetzt bereits getrocknet sein, sonst hat man bald unschöne weiße Spuren, die sich nur schwer wegwischen lassen.
Hat man die Waschorgie hinter sich , montiert man am Heck des Panzers einfach das hintere Leitblech, ebenfalls ein U-Teil. Diesen verbindet man mit zwei beiliegenden Kunstharzstreifen mit den Kufen der Räder und der hintere Teil des Aufbaues ist fertig.



Nun kann man den Innenraum in der gewünschten Farbe spritzen, ausmalen, wie auch immer gewünscht einfärben. Dazu später.
Während ich nun warte, dass die Farbe trocknet montiere ich die vorderen Bleche des Schutzschildes, verspachtle die doch eher ruppigen Ecken und setze den Sichtblock ein. Alle Teile kommen aus dem Umbausatz. Hiebei wäre anzumerken, dass alle Teile, wenn fertig, einen trichterförmigen Quader bilden, bei dem die eine Seite offen ist und die gegenüberliegende durch das Teil mit dem Sichtblock gebildet wird. Damit mir nicht langweilig wird, weil die Farbe immer noch nicht ganz trocken ist bereite ich schon mal die seitlichen Schutzbleche zum späteren Verarbeiten vor. Außerdem montiere ich das Funkgerät mitsamt dem Lautsprecher unterhalb der Frontbleche. Dann kommt wieder das übliche verspachteln, verschleifen,....
Nach diversesten Malarbeiten sah das ganze dann so aus:



Klarerweise ist noch nichts verschmutzt, diese Arbeiten kommen erst am Ende, nach erfolgter Bemalung des ganzen Modells. Nun wurde der vordere Abdeckteil aufgesetzt, bereits innen fertig gespritzt, mit montiertem bemalten Funkgerät sowie Instrumentenbrett. Auch die Sichtluke wird bereits bemalt, die Glasteile des Winkelspiegels mit einem Tropfen Klarlack versehen. Damit man sieht, dass man von allen Inneneinbauten nicht mehr wirklich viel sieht hier der Beweis:



Nun wurde noch ein Standblech am hinteren Ende des Kampfraumes montiert, welches zumindest an der Unterseite bereits bemalt wurde, im selben Farbton wie der Rest des Innenraumes. Damit war nun auch nichts mehr von der vorher mühsam verspachtelten Kante sichtbar. (Die ganze Verspachtelei war also nix weiter als eine gute Übung!)
Am Heck habe ich noch den Auspufftopf montiert, welchen ich mit einem übergebliebenen Ätzteil- Gitter umgab (sieht eindeutig besser aus als der Plastikteil aus dem Italery- Bausatz Hiezu muß man allerdings die Öffnung für das Auspuffrohr etwas aufbohren.
Nachdem man die beiden Seitenteile erst aufsetzen kann, wenn das Geschütz eingepasst worden ist stellte ich das Fahrgestell vorerst zur Seite und widmete mich dem Geschütz.

4.Schritt: Das Schwere Infanteriegeschütz

Als ich die Teile des Schweren Infanteriegeschützes das erste Mal in Händen hielt war ich überzeugt davon, dass nun viel Arbeit und Zeit mit verspachteln, verschleifen, entgraten und so weiter vertan werden würde.
Mitnichten, die Teile des Geschützes bestehen zur Gänze aus normalen Kunststoff, fast das selbe Material wie die Bausätze von Italery, nur etwas spröder. Man muss ziemlich aufpassen, dass keine Teile beim herauszwicken und herausschneiden aus dem Spritzling abbrechen.
Man kann sich beim Zusammenbau ziemlich an die Bauanleitung halten, die im Gegensatz zur Bauanleitung der Fahrzeugumbauten ziemlich detailliert und genau ist.
Man beginnt am besten mit dem Zusammenbau des Rohres. Hier muss man nur die Verbindungszapfen in der Mitte des Rohres wegschneiden, da man sonst einen knapp 1 Millimeter breiten Spalt in Längsachse des Rohres besitzt. Und wie man weiß, wenn etwas nicht rund ist kann es (fast) nie rund werden. Also weg damit und siehe da, der Spalt verschwindet beinahe vollkommen.
Ebenso wird bei den Teilen U 92 (2X) verfahren. Diese liegen nun satt auf. Der Keilverschluss (U 90) wird von rechts soweit eingeschoben, dass er links satt abschließt. Nun kann noch Teil U 91 befestigt werden, der allerdings ein paar leichte Schleifereien entlang seiner Kanten benötigt. Nur so passt er nämlich an seinen Platz.
Bevor ich nun die Teile U 97 (2X) und U 79 anbringe verschleife ich noch die Spalten im Rohr und lasse den Kleber sowie die Spachtelmasse gut durchtrocknen, damit nicht beim späteren Handling böse Dinge passieren (zum Beispiel die Klebenaht bricht auf).
Ich widme mich der Wiege des Rohres, Abgebildet in Bild 2 der Bauanleitung. Hier werden einfach alle Teile gemäß Anleitung zusammengesetzt und verklebt. Allerdings setze ich das Rohr nicht in diese Wiege ein wie in der Anleitung gezeigt, da ich dieses gesondert airbrushen will.

Kommen wir nun zum Hauptteil des Geschützes, der Lafette.
Diese ist wie bei allen gezogenen Geschützen dieser Zeit sehr massiv und wuchtig. Auch im Modell kommt dieser Eindruck zum Tragen. Als erstes setze ich die beiden Hälften zusammen und fülle die unvermeintlichen Spalten mit Spachtelmasse zum späteren verschleifen. Nach einem wegwaschen des überschüssigen Materials und verschleifen der getrockneten Spachtelmasse kommen die diversesten Kleinteile zum Anbau an das Modell.
Man muss nur hier und da einige Gussgrate entfernen sowie unschöne Dinge wie schief gegossene Teile kosmetisch behandeln (kennt jeder, wenn Teile ab der Hälfte um einen halben Millimeter versetzt sind).
Die Teile werden wieder gemäß Bauanleitung eingesetzt und verklebt.
Hat man alle Teile der Lafette montiert sieht das ganze so aus:



Ich muss ehrlich sagen die Qualität des Bausatzes überraschte mich immer mehr, selten hatte ich ein so gutes Modell zum Bauen mit solch präzise gegossenen Teilen. Die Wiege und das Rohr sollten nun gemäß Anleitung in die Wiege eingesetzt werden, aber ich möchte zuerst noch die Räder und deren Aufhängung montieren, mit der Begründung „Zuerst lackiert und dann Montiert!“.

Die Räder des Geschützes: Es liegen derer 2 Sorten im Bausatz bei.
Als erstes herkömmliche Speichenräder. Diese sind aus Kunststoff und bestehen aus 2 Teilen. Allerdings habe ich keinerlei Quellen gefunden, dass die Geschütze, die zum Bau des „sIG 33 auf Panzer 1-B“ verwendet wurden solche Räder hatten. Also zur 2. Ausführung.
Die zweite Ausführung besitzt die charakteristischen Speichen der Deutschen Wehrmacht, wie sie auch diverseste Pak´s und andere Geschütze hatten. Hier sind die Speichenzwischenräume nicht leer sondern nur ein kleiner Teil. Der Rest ist als geschlossene Fläche gegossen. Da mir ein Bild vorlag, wo man das Geschütz auf dem Panzer verlastet, allerdings ohne seitliche Schutzbleche sah und dort genau diese Räder montiert waren beschloss ich , diese ebenfalls zu benutzen.
Diese Ausführung der Räder liegt im Umbausatz als Kunstharzteil bei. Damit man sie später an die Lafette montieren kann klebt man die Bremstrommeln innen an die Räder. Somit hat man ein Widerlager für den Lagerzapfen, der in weiterer Folge an der Lafette montiert wird.
Oben an die Bremstrommeln kommt noch je ein kleiner Teil (Keine Ahnung was das sein soll?!), und fertig ist das Rad zur Montage.
Die Achse des Rades setzt sich aus je 4 Teilen zusammen. Zwei Teile sind als Achslager mit der Lafette verbunden. Damit die Dinger auch halten habe ich mit einem kleinen Schleifinstrument die Öffnungen für diese Teile in der Lafette etwas größer geschliffen. Nun passen sie perfekt in diese Öffnungen. Die hintere „Halbachse“ habe ich außerdem am konischen Ende etwas dünner geschliffen, damit sie tiefer in der Lafette haften. Beide Teile verklebte ich mit einer Mischung aus 50% Plastikkleber und 50% Superkleber. Dazu nehme ich einfach den Plastikkleber, schmiere die Hälfte des Umfanges des Teiles damit ein, nehme dann den Superkleber und mache das selbe auf der anderen Hälfte mit diesem Kleber. E´voila, schon halten die Dinger perfekt an ihrem Platz, rücken und rühren nicht mehr bis der Plastikkleber abgebunden hat.

Zwischen die beiden Achsen kommt noch quer vor der Lafette ein Stückchen gerades Plastik, welches zwar im Bauplan gezeigt wird jedoch nicht näher benannt. Dies ist der Teil 34 (U 34), dieser passt perfekt, man braucht also nicht extra zum Spritzling ziehen anfangen.
Das Schutzschild des Geschützes hat innen einige Instrumente oder Geräte. Diese sollte man als nächstes ankleben, weil man später nur mehr sehr schwer an diese Stellen kommt. Das Visierfenster in der Schutzplatte sollte man offen lassen, es wäre dumm wenn die Öffnung im Fahrzeugschutzschild geöffnet ist und jene am Geschütz geschlossen.
Nun noch die Halterungen für das Schutzschild. Zwei längliche Plastikstreben ( Teile U 17 und U40) werden direkt an die Lafette geklebt. Zu diesen werden zuguterletzt dünne, V- förmige Streben führen. Diese V-Streben (Teile U 18 und U45) klebt man mit dem an der Spitze des V´s herausstehenden Stift nach innen an das Schutzblech des Geschützes. Damit man die korrekte Schräglage dieser Teile erhält kann man einen normalen Bleistift dazwischenlegen und die Teile an diesem aufliegen lassen.
Nachdem der Plastikkleber ordentlich getrocknet ist wird das ganze wieder mit der 50/50 Mischung an die Lafette geklebt. Die unten herausstehenden Streben werden normal mit Plastikkleber verleimt. Wichtig dabei ist dass die kleinen Knuppelchen, welche dort zur Befestigung gedacht sind abgetrennt werden, da sonst das Schild wieder von den Streben wegsteht.
Was nun kommt ist sehr wichtig: TROCKNEN LASSEN!! Sonst knickt irgend ein Teil aus seiner korrekten Lage und man hat das Schlamassel beieinander.



Nach 15 Minuten kann man nun an die Montage der Räder gehen. Wieder kommt die 50/50 Mischung zum Einsatz, damit wird die Öffnung für die Achsen in der Bremstrommel gefüllt, dann wird das ganze ans Modell montiert. Kurz halten, schon hält es jemand anderer!
Jetzt kommt der Moment der Wahrheit: Das Geschütz wird das erste mal in seine Kufen auf das Fahrzeug gestellt. Nun zeigt sich ob man sorgfältig gearbeitet hat oder nicht. Tja, die Räder passen in die Kufen (zwar Pressfassung weil ein Rad dicker gegossen ist als das Andere, aber was soll´s), nur hinten steht das Geschütz über die Wanne hinaus, was laut Bauplan nicht sein soll. VERZWEIFLUNG!!!!!!!!!!!!
Doch was macht man in dieser Lage? Man bezieht Rat aus der Fachliteratur und aus dem Internet! Alle dort gezeigten Fotos und Zeichnungen, darunter auch Bauzeichnungen zeigen, dass das Geschütz hinten drüberstand. Zwar nicht viel, aber genauso wie beim Modell. Doch gut gearbeitet. Nur haben manche Fahrzeuge hinten unterhalb der Anhängeeinrichtung des Geschützes eine angeschweißte Platte herausstehen, Zwischen Auspuff und Oberkante der Wanne, mit dieser auf gleicher Höhe.
Diese wurde selbst aus Polystyrolplatten gebaut. In diese wurde noch ein kleiner Metallstift als Widerlager für die Lafette montiert, auf diesen wird später noch ein großer, fotogeätzter Schraubenkopf aufgesetzt werden. Im Querschnitt sieht diese Platte so aus:


Abmessungen:
Lange Kante 20 mm
Kurze Kante 14 mm
Breite 8 mm
Materialstärke zirka 1,5 mm
Länge des Dorns zirka 7 mm

Oben in die Mitte der kleinen Platte habe ich den kurzen Dorn eingelassen. Weil gerade nichts anderes zur Hand war nahm ich dazu ein Stück einer Büroklammer, die ich in der gewünschten Länge abtrennte. Nur mehr ein kleines Loch bohren,. Stäbchen durchstecken, Geschütz drüberstellen, Länge anpassen und schon hat die Anhängevorrichtung des Geschützes ihr Widerlager.
Bevor man nun aber die seitlichen Panzerplatten montieren will sollte man erst noch die außen an den Rädern herausstehenden Teile abtrennen, sonst passt das Geschütz nicht mehr auf das Fahrzeug, sondern biegt es die Platten in Schräglage. Außerdem bekommt man es nicht mehr heraus, was beim Altern doch etwas hinderlich ist. Außerdem sieht man die beiden kleinen Teile (U 27) nach dem Einbau ins Fahrwerk eh nicht mehr.
Schnipp- Schnapp, nun passt das Ding perfekt auf das Fahrzeug.
Ich bin genau zu diesem Zeitpunkt draufgekommen, dass mir eine der seitlichen Handkurbeln des Geschützes fehlt, also habe ich kurzerhand noch eine aus der Grabbelkiste gekramt und an die Stelle geklebt.
Nachdem nun alle großen Bauteile zusammengesetzt und montiert waren komme ich nun zu den Feinheiten, die allerdings das Modell wirklich aufwerten.
Als erste montierte ich die kleinen Begrenzungslichter links und rechts vorne (I 48A). Beide Lampen wurden mit einem 1- mm- Bohrer aufgebohrt und werden nach einer Bemalung mit Silberfarbe wieder aufgefüllt. (Siehe später)

Weiters habe ich den großen Scheinwerfer (I 33A) vorne in der Mitte der Oberwanne montiert. Auch dieser wurde ausgeschliffen und mit einem dünnen Metallstreifen umgeben. Dies wird dazu führen, dass der Eindruck dicken Glases entsteht.
Ebenfalls vorne wurden beide kleinen Haken (I 57A) aus dem Italery- Bausatz befestigt.
Am rechten Kotflügel habe ich eine Hupe befestigt, die alle Fahrzeuge hatten, die aber beim Italery- Bausatz nicht originalgetreu ist. Die Hupe habe ich aus einem übergebliebenen Teil eines Ätzteilsatzes hergestellt und mit einem dünnen Polystyrol- Scheibchen verklebt.. Ebenfalls wurden alle auf den folgenden Bildern gezeigten Metallteile aus dem selben Material hergestellt.




Auf den linken Kotflügel wurde die Notek - Lampe befestigt, unter anderem auch als Tarnlicht bekannt. Diese wurde aus einem unteren Ring aus einem Ätzteil, einem dünnen Metallstift (abgezwickte Büroklammer) und dem Oberteil der Lampe aus dem Italery- Bausatz (I 59B) fabriziert.
An der Vorderseite des Aufbaues habe ich den tiefen Spalt zwischen den beiden Seitenteilen aufgefüllt (braune Stelle auf dem Foto).
Links und rechts davon wurden die beim verschleifen zerstörten Schraubenköpfe wieder aufgeklebt. Ebenfalls an der Vorderseite klebte ich nun sowohl den kleinen Schlauch (ich nehme an die Getriebeentlüftung oder so was) als auch den Deckel für die Luke im Aufbau an.
Kommen wir nun nach rechts hinten. Hier habe ich mich wieder ausgetobt und das grundlegenste Werkzeug angebracht (Wagenheber, Montageplatte, Abschlepphaken, Feuerlöscher).



Bei diesen Teilen habe ich, wie man sieht, sowohl Ätzteile als auch Plastikplättchen sowie Teile aus dem Italery- Bausatz verwendet. Der Wagenheber aus dem Umbausatz wurde ebenfalls zur Montage herangezogen. Den Wagenheber aus dem Italery-Bausatz kann man getrost vergessen, der wurde erst bei späteren Fahrzeugen eingeführt. Außerdem hat er ein nicht wirklich ansprechendes Äußeres.
Wie man im Foto sieht habe ich die Montageplatte aus richtigem Holz hergestellt. Hiezu eignet sich Balsaholz am besten, weil es sehr weich ist und mit jedem Messer geschnitten und in Form gebracht werden kann. Auf zwei Kanten habe ich „genietete“ Bänder aus Ätzteilen montiert. (Man kann auch den etwas verfeinerten Teil aus dem Bausatz nehmen, aber wenn ich schon mal dabei bin!)
Über die Mitte zwei Ätzteile, die einen Ledergurt darstellen, mit dem die Platte an ihrem Platz gehalten wird. An die Ecken kommen noch kleine, abgewinkelte Plastikplättchen als Halteteile, schon ist die Platte fertig.
Der Feuerlöscher kommt aus dem Italery- Satz (I 69B). Hier wurden nur die Haltegurte abgeschliffen und neue mitsamt realistischerer Halterungen aus Metall angebracht.
Beim Abschlepphaken habe ich ebenfalls die angegossenen Halteteile entfernt und aus mehreren Ätzteilen eine realistische Lagerung sowie einen Schnellverschluss hergestellt.
An die hinteren Enden der Kettenabdeckungen montierte ich jetzt noch die hinteren Enden (I 52A, sowie I 50A), welche mit ihren Federn (I 53A) versehen wurden. Der Klappmechanismus ist beim Italery- Bausatz zu rudimentär dargestellt, folglich wurden zwei Scharniere aus Ätzteilen hergestellt und angeklebt.
Zwischen die beiden hinteren Kotflügel klebte ich noch die hinteren Abschlepphaken (I 41A).
Auf den linken Kotflügel kommen noch schnell zwei Munitionskörbe mitsamt ihren Halterungen. Beide Teile sind aus Kunstharz hergestellt und sehen nicht schlecht aus. Man muß nur die Luftblasen an der Unterseite etwas auffüllen, sonst wirkt es etwas komisch.
Auch wurde der Antennensockel angeklebt und nachdem ich ihn mit einem 0,7 mm- Bohrer aufgebohrt habe mit einer Antenne versehen. Diese Antenne stammt aus einem Straßenbesen (besser Gehsteigbesen), welchen ich einmal beim BauMax erstand und der nun meine Bekannten und mich zirka hundert Jahre mit Antennen versorgen wird. Die Antenne wird in einer Länge von 54 Millimetern gekürzt, wobei man natürlich den Teil, der eingeklebt wird noch zur Länge dazunehmen muß.



Damit wäre nun der Bau abgeschlossen. Wir kommen zur Bemalung.

4.Schritt: Farbgebung Innen und Außen

Wer sich bis hierher durchgekämpft hat betrachtete sicher die Bilder der Farbgebung im Innenraum.
Zuerst wurde dieser mit dem Farbton „Light Grey“ (Nr. UA 021) von LIFECOLOR gespritzt. Ich finde diese Farbe ideal. Sie ist nicht zu weißlich, aber auch nicht zu dunkel. Wenn man sich Fotos und Farbbeschreibungen aus jener Zeit ansieht so ist die Bezeichnung für die Innenraumfarbe nicht „Weiß“, sondern „Elfenbein“!


Klarerweise kann man das nicht so eintönig lassen, also wird das ganze Abteil mit Matt Weiß (LC 01[LIFECOLOR]) trockengebürstet. Über das Trockenbürsten lasse ich mich nicht aus, darüber wurde bereits in vielen anderen Artikeln, Berichten und Memo´s berichtet.
Die beiden Achsen aus dem Getriebe (hinter der Pedalplatte sowie dem Kasten rechts unten) werden Matt Schwarz gestrichen (LC 02). Ebenso werden die Griffe der Lenkhebel bemalt.
Kommen wir zum Bezug des Fahrersitzes: Wenn man sich Leder (und aus diesem besteht der Bezug) ansieht stellt man fest es wird mit der Zeit glattpoliert, es treten aber auch dunklere Verfärbungen auf, etwa von Schweiß und ähnlichem (Vielleicht leert auch jemand Kaffee aus?).
Also kommt ein einfärbiger Anstrich keinesfalls in Frage.
Zuerst wird er aber mal ganz normal mit dem Pinsel und dem Farbton „Japan Medium Brown“ (UA 125) bemalt. Für größere Flächen ist diese Farbe furchtbar mit dem Pinsel aufzutragen, weil sie Streifen zieht und durchscheinend ist. Folglich wiederholt man diesen Vorgang 2-3 Mal. Dabei trage ich die Farbe immer quer zum vorhergehenden Mal auf, somit vermeide ich tiefe Pinselspuren. Dies macht man solange bis eine durchgehende Fläche entsteht, durch welche kein Grau des Plastiks beziehungsweise des Innenanstrichs mehr durchschimmert.
Ist das geschafft lässt man das ganze mal ordentlich trocknen. Am nächsten Tag kommt man zum Abschluss des Fahrersitzes: Er wird mit „Matt Leder“ (LC 36) trockengebürstet. Das Ergebnis sieht nun so aus:



Ich finde das Ergebnis ist überzeugend!
Bevor ich diese Bemalung vornahm habe ich mit dem Messer noch kleine Kanten in die Ecken geschnitzt, das sieht nun aus als wäre das Material aufgeplatzt.
Malt man einmal beim Trockenbürsten daneben ist das nicht weiter tragisch, da man alle diese Stellen nur schwer wieder zu Gesicht bekommt, nämlich dann wenn das Modell mal runterfällt und sich in seine Bestandteile auflöst. Größere Fehlmalungen sollte man klarerweise beheben.
Die Sichtluke des Fahrers habe ich gleich wie den restlichen Innenraum gespritzt, die Glasteile mit dunkelblauer Farbe (LC 10) bemalt und nach dem Trocknen mit je einem Tropfen Klarlack von Revell versiegelt.
Nachdem nun alle Teile des Innenraumes bemalt sind (der Schaltknüppel erhielt noch einen schwarzen Knauf in der Farbe „Glänzend Schwarz“ (LC 52)) ging es gemäß Baubericht weiter.
Nachdem der Bau endlich beendet war stopfte ich den Durchbruch zum Fahrerraum mit Schaumstoff aus. Das soll verhindern dass die Farbe beim Spritzen an Stellen kommt wo man sie nicht wirklich haben will. Außerdem reduziert es die notwendigen Korrekturen und Reparaturen auf ein Minimum.
Als Material nahm ich einfachen Verpackungsschaumstoff, wie er oft bei Figuren zu finden ist. Wichtig ist er soll an seinem Platz bleiben und nicht unbedingt an der Farbe haften bleiben.(Kleiner Tip: Man muß ihn nicht festkeilen oder gar festkleben, schneidet ihn etwas größer als die zu verstopfende Öffnung und er bleibt ganz von selbst an seinem Platz.)
Zieht ihn auch gleich soweit in Position wie ihr die Originalfarbe haben wollt, also an Kanten und so weiter, damit spart man sich mühsames Kantennachmalen.



Nach dem die Spielerei mit dem Schaumstoff beendet ist geht es nun ans lackieren. Hiezu verwendete ich den Farbton „Grau- Violett“, oder wie er von LIFECOLOR benannt wird „German Tank Grey ´40“ (UA 073). Dieser Farbton ist ein etwas aufgehelltes Dunkelgrau und trifft gut den Farbton der Fahrzeuge am Anfang des Krieges. Leider war die Farbe schon etwas eingedickt, also wollte ich mit einem Spritzer Isobutylalkohol (Erhältlich in der Apotheke oder in guten Drogerien) verdünnen. Hatte ich aber leider keinen da, also verwendete ich ein alkoholisches Desinfektionsmittel (zur Handdesinfektion) Dann habe ich diese Farbe einfach über das gesamte Fahrzeug gespritzt. Klarerweise muß man darauf achten dass die Laufrollen ihren Teil der Farbe wegbekommen, denn auch die Innenseiten wollen gespritzt werden. Dabei stellte sich heraus daß das Desinfektionsmittel kleine Klümpchen bewirkt, doch dazu später.
Nachdem man das Modell nun für eine Weile zum Trocknen wegstellt kann man sich gleich überlegen wie es denn nun weitergehen soll.



Wie man am Bild oben sehen kann gibt es noch etwas hellere Stellen, wo die Grundfarbe noch durchscheint. Diese werden mit einem Pinsel vorsichtig nachgemalt (wie beim Trockenmalen).
Manche werden sich überlegen :“Und das Geschütz spritzt er nicht?“ Leider nein, denn das Geschütz soll einen etwas dunkleren Farbton bekommen, damit es sich etwas vom Fahrzeug abhebt. Zuerst wollte ich das Fahrzeug beenden, damit ich mich dann vollkommen der eigentlichen Bewaffnung widmen kann.
Während ich die Farbe am Fahrzeug trocknen lasse (zirka einen Tag) widme ich mich dem Kleinkram.
Also dem Wagenheber, der Montageplatte und den beiden Munitionsrollen (Diese Teile habe ich noch nicht fix am Modell montiert, um eben eine bequemere Bemalung zu ermöglichen.
Zur Montageplatte: Da diese an sich schon eine Holzstruktur aufgrund des Balsaholzes aufweist braucht man sie nur mehr schattieren. Dazu verwende ich Ölfarbe. Am besten eignet sich meiner Meinung nach „Umbra Natur“. Diese Ölfarben sind in jeder Farbenhandlung erhältlich, man sollte nur drauf achten dass es sich um Ölfarben handelt und nicht um Acryl- Ölfarben.
Diese Ölfarbe wird nun einfach auf alle Seiten der Montageplatte mit dem Pinsel aufgetragen. Danach kann man sie sofort wieder abwischen. Man sollte nicht danach trachten zu sparen, denn die verwendete Menge ist verschwindend gering, man kommt mit einer Tube also relativ lange aus.
Dieses schattieren mit Ölfarbe funktioniert auf ebenen, relativ großen Flächen wie Zaunlatten, Brettern und ähnlichem perfekt und benötigt dann keinerlei Nacharbeiten mehr. Bei so kleine Teilen wie der Platte muß man etwas nachhelfen. Also erst mit Ölfarbe, dann mit normaler Farbe nachschattieren. Die verwendete Farbe sollte heller sein als die Ölfarbe.
Die beiden Munitionskörbe für die linke Fahrzeugseite grundierte ich erst einmal mit „German Tank Brown“ (UA 082). Nach dem trocknen schattiere ich sie mit „Sand Yellow“ (UA 081), danach mit „German Desert Yellow“ (UA 084),. Dies bewirkt dann ein schön strohiges Aussehen. Und da diese Munitionskörbe aus Stroh waren sollte es ja auch so sein.
Das „Sand Yellow“ male ich wieder parallel zu den eingravierten Linien, die zweite Farbe dagegen quer zu diesen Vertiefungen. Dies wirkt dann wirklich toll, besser als es auf diesem Foto wiedergegeben werden kann..



Nach der Montageplatte sowie den beiden Munitionskörben habe ich das Geschütz in der Farbe „Dark Grey“ (UA 022) gespritzt. In der Farbenliste steht diese Farbe unter dem Namen „German Tank Grey ´43“.


Nach dem Trocknen male ich das Geschützrohr innen mit „Matt Natural Metal“ (LC 24) aus. Den Verschluß habe ich mit „Matt Gun Metal“ (LC 26)vom Rest des Rohres abgesetzt und nach dem trocknen noch mit der Ölfarbe „Raw Siena“ übermalt, die ich ebenfalls wieder sofort abwischte. Damit bekommt das Teil einen leicht dunkleren Touch sowie bietet einen öligen Eindruck.
An der Wiege werden die Rasten der Höheneinstellung ebenfalls mit „Matt Gun Metal“ bemalt.
Während diese Teile trocknen färbe ich alle Gummiteile des Fahrzeuges (Laufrollen, Räder des Geschützes, Stützrollen) mit „Matt Schwarz“ ein.
Wieder kommt das trocknen lassen. Alle Leser und Modellbauer wissen dass das Bemalen und Altern eines Modells genauso viel wenn nicht mehr Zeit in Anspruch nehmen wie der Bau des Selben.
In der Zwischenzeit widme ich mich dem Bau der Ketten. Wie oben bereits angesprochen steckt man hiezu einfach kurze Stückchen des mitgelieferten Drahtes in die Bohrungen und sichert ihn mit einem kleinen Tropfen Superkleber, den man mit einem Zahnstocher in Position bringt.
Anschließend schneidet man die herausstehenden Enden einfach mit einer scharfen Schere ab.
Zur Information: Je nach Einbau des Kettenspanners beim Umlenkrad am hinteren Ende des Laufwerkes braucht man zwischen 98 und 100 Kettenglieder. Originalfotos zufolge bei denen die Kettenglieder abgezählt wurden lag die Anzahl immer zwischen diesen zwei Werten.
Nachdem die Ketten fertig sind nehme ich mir wieder Geschütz und Fahrzeug vor. Die Farbe ist nun durchgetrocknet und man riskiert nicht mehr Farbe beim Trockenmalen abzurubbeln.
Zum Trockenmalen verwende ich an den Gummiteilen zuerst „Natural Grey 43“ (UA 046) und dann „Schwarzgrau“ (UA 030)

Das Geschütz wird ebenfalls mit „Neutral Grey 43“ (UA 046) trockengebürstet.
Dabei kommt es besonders darauf an die Erhöhungen hervorzuheben, die tieferliegenden Flächen aber unbehandelt zu lassen.
Ebenso verfährt man beim Fahrgestell. Nur nimmt man hier zum trockenbürsten die Farbe Nr. „UA 028“, die sinnigerweise „Grau“ heißt.
Da ich beim verdünnen der Grundfarbe des Fahrgestelles alkoholhältiges Desinfektionsmittel verwendet habe kam es beim Spritzen wie bereits beschrieben zu kleinen Klümpchen (zirka 0,1 mm Durchmesse), die durch das trockenmalen nun voll zur Geltung kommen und den ansonsten viel zu glatten Anstrich etwas rauer gestalten. Mir gefällt´s



Klarerweise werden auch alle Fahrzeugteile, die etwas erhaben sind an den Kanten heller gefärbt, was sie deutlicher hervortreten lässt und eine gewisse Schattenwirkung erzeugt.
Nun werden die Abziehbilder aufgebracht. Hiezu fülle ich mir ein Schüsselchen mit Wasser und gebe einen Schuss Essig dazu. Dies bewirkt dass sich keine unschönen Wasserränder (Kalk) beim Trocknen der Bilder zeigen.
Die Bildchen liegen wie bereits gesagt im Bausatz sowie dem Umbausatz bei, zu bemerken ist nur: Die quadratische „Listentafel“ kommt links INNEN an den Schutzschild, auf die seitlichen Schutzplatten gehört sowohl ein Balkenkreuz sowie ein Buchstabe (A, B, C, D, E, F), um die Taktische Wertigkeit des Fahrzeuges darzustellen.
Diese Buchstaben besorgt man sich am besten bei anderen Bausätzen, wo immer mal was überbleibt, und diese Teile hebt man sich am besten irgendwo gut auf (Grabbelkiste).



Nun habe ich die Lampen (vorne) mit einem Tropfen Superkleber angefüllt, so dass sich ein kleiner „Hügel“ bildet (perfekt wie bei einer richtigen Lampe). Alle Lampen habe ich zuvor mit „Matt Natural Metal“ ausgemalt. Nun kommt es wieder aufs Trocknen an, sowohl die Aufkleber wie die Lampen. Zwischenzeitlich kann man weiter Ketten zusammenbauen oder sich anderen Dingen widmen.

Nachdem ich alle Abziehbilder angebracht habe stelle ich das Geschütz auf das Fahrgestell. Anschließend klebe ich eine Ätzteil- Mutter hinten auf den Befestigungsstift der Geschützlafette. Dieses ist nun unverrückbar mit dem Laufwerk verbunden und kann NICHT mehr abgenommen werden.
Nun benutze ich Nagellackentferner um die Abziehbilder perfekt an den Untergrund anzupassen. Ist das Aceton aufgetrocknet übermale ich das ganze mit Mattlack (LC 27). Man muss nur aufpassen dass man die Malstelle an die nächste Kante anpasst, weil man sonst Flecken sieht.
Am besten übverspritzt man das ganze Modell noch einmal mit Mattlack, erstens sind dann sicher alle Spuren beseitigt und zweitens kann man dann ungestört beim Altern arbeiten.
Kurz zu den Ketten: Panzerketten haben nur zwei Arten von Aussehen:


1.
Sie sind verdreckt. Soll heißen das Fahrzeug befindet sich im Gefecht und alle Stellen der Ketten sind mit Schlamm, Staub oder sogar Grasstückchen überzogen. Bei Panzern im Gefecht ist´s also nix mit Stahlglänzenden Teilen und blankpoliertem Eisen.
Fährt nun ein Fahrzeug aus der lockeren Erde (muß ja nicht immer wie in Allentsteig sein) auf eine Straße so wird der ganze grobe Dreck mit der Zeit aus der Kette ausgeschleudert, während der feuchte, dünnflüssige „Gatsch“ am Metall in den Vertiefungen kleben bleibt und der Kette ein bräunliches Aussehen gibt. Die hervorstehenden Stahlteile werden klarerweise vom Pflaster abgeschabt und glänzen Metallisch. Ebenso die Lauffläche der Laufrollen sowie des Antriebrades und der Umlenkrolle. Also nach gut einem Kilometer ist da nix mehr mit Dreck auf der Kette. Von Rost ist im Gefecht sicher nie die Rede! Der gleiche Effekt tritt auch auf gefrorener Erde (ohne Schnee) ein.

2.
Sie sind sauber, weil frisch gewaschen. Panzer die frisch gewaschen sind haben klarerweise saubere Ketten, auch wenn Ketten nur grob vom Schmutz gereinigt werden. Ganz im Gegensatz dazu Laufwerk, Wanne, Aufbau,... Alle diese Bauteile werden gewaschen, teilweise sogar mit Seife, um den gesamten Dreck zu entfernen.
Klarerweise werden sie nur gewaschen, wenn eine längere Phase der Nichtbenutzung heransteht. Dann setzen die Ketten klarerweise Flugrost an. Dieser verschwindet allerdings blitzartig bei einer nur kurzen Fahrt (zirka 1 Kilometer).

Mir war es immer ein Graus, ein perfekt gealtertes Modell zu sehen, und die Ketten glänzten so neu wie frisch aus der Fabrik.
Darum ging ich bei meinen Ketten nun wie folgt vor:
Zuerst habe ich die gesamte Kette auf allen Seiten mit „Dark Earth“ (UA 092) gespritzt. Nach der relativ kurzen Trockenzeit (zirka 2 Stunden) wurde die Lauffläche mit „Matt Natural Metal“ (LC 24) trockenbemalt. Ebenso verfuhr ich zwischen den Führungskämmen, wobei auch diese innen gleich gefärbt wurden. Genau an diesen Stellen streifen immer die Laufrollen vorbei, wird Sand zwischen Laufrolle und Kettengliedern zermahlen, also glänzen die Ketten dort richtig. Alle anderen Stellen werden nur flüchtig mit dem Pinsel überstrichen, um alle Erhöhungen der Kette aufzuhellen.



Damit kommt man an eine echte Kette eines Gefechtsfahrzeuges recht nahe heran.
Ist das geschehen nehme ich noch einmal die Spritzpistole in die Hand und übersprühe das gesamte Laufwerk sowie 2 Zentimeter oberhalb der Kettenabdeckung (ist nur ein Anhalt, also bitte nicht steinigen wenn es nur 1 Zentimeter ist) wolkig und wirklich nur ganz leicht mit der selben Farbe, mit der ich die Ketten grundiert habe. Das bewirkt dass das Fahrzeug nun leicht verstaubt aussieht. Dabei kommt es darauf an wirklich nur sehr wenig Farbe auf den angesprochenen Bereichen aufzubringen. Ich arbeite hierbei mit viel Luft und wenig Farbe aus großer Entfernung, so dass der Sprühnebel eher herabsinkt als wirklich aufgesprüht wird.



Man kann am unteren Ende des Schutzschildes deutlich den bräunlichen Bereich erkennen. Guter Tipp: Bei anderen Panzern (wirkliche Panzer mit Turm und so) ist es dann egal, wenn dieser leichte Überzug sich auch oben auf den Kettenabdeckungen festsetzt. Darum wurde auch hier am Bug und am Heck etwas dichter gesprüht, um die Staubansammlungen an von in Kolonne auf staubigen Straßen fahrenden Fahrzeugen darzustellen.
Am besten dienen als Beispiel für die Darstellung Fotos von Militärfahrzeugen aus heutiger Zeit, die in eher trockenen Gebieten herumfahren. Ausstellungstage sowie Gefechtsvorführungen immer nutzen und den Fotoapparat mitnehmen, um genau solche Motive als Anleitung zur Hand zu haben. Auch wenn manche Leute einen dumm ansehen wenn man Einzelteile eines Laufwerkes fotografiert.
Ist der neue dünne Farbüberzug getrocknet bringe ich noch ein Washing mit der von mir so genannten „Soße“ auf.
Das Mischverhältnis ist nicht wirklich genau: Man nehme Ölfarbe (Raw Siena)und drücke ein zirka 3 Zentimeter langes Stück in ein altes Kompottglas oder ein Glasbehälter aus dem Supermarkt, in welchem Gemüse eingelegt war.
Das ganze gießt man bis zur Hälfte mit Terpentin (NICHT Nitro- Verdünner) auf, schließt den Deckel und schüttelt das ganze eine Zeitlang kräftig durch. Es entsteht eine dunkelbraune Mischung, welche allerdings wie Wasser fließt. Den nun folgenden Arbeitsschritt sollte man am besten im Freien durchführen, weil das Terpentin beim verdunsten doch stinkende Dämpfe entwickelt.
Was nun nämlich kommt ist einfach: Das ganze Modell wird an allen Stellen mit der Soße eingepinselt. Dies bewirkt dass sich die feinen Pigmente der Ölfarbe in Ecken und Kanten, Vertiefungen und rund um Erhöhungen festsetzen und so eine realistische Darstellung von Dreckansammlungen ermöglichen, die mit Farbe fast nicht hinzubekommen ist. Außerdem verwischt er den teilweise stosshaften Übergang bei Flecktarnanstrichen, weil er die Übergänge der einzelnen Farben im Prinzip verwischt auf eine Ebene bringt.
Dann lässt man das ganze einfach trocknen, kontrolliert nur ob in den Vertiefungen auch genug Pigmente sind um Schattenbildung darzustellen.
Das Trocknen dauert zwischen 2 und 3 Stunden, je nach Temperatur und Dicke des Überzuges. Wichtig dabei: Das Modell in den Schatten stellen!! Sonst ist es nachher nicht fast fertig sondern nur mehr fast Schrott.
Während der Trocknungsphase sollte man das Modell so wenig wie möglich berühren, um den Pigmenten Zeit zu geben sich abzusetzen und zu trocknen. Fingertapper sind das letzte was ich mir auf einem Modell wünsche.
Nach dem Auftrocknen des Terpentins trage ich noch eine dünne Schicht Pastellkreidenstaub in der Farbe „Raw Siena“ auf, an den Stellen wo sich auch bei Originalfahrzeugen der Staub ansetzt sowie an der Wand hinter dem Laufwerk.
Nun noch mit Schwarzem Pastellkreidenstaub die Rußspuren an den Auspuffstellen schwärzen, und damit ist das Modell fertig.





Nun bleibt nur noch zu hoffen dass ich alle Schritte gut wiedergegeben und verständlich erklärt zu haben, damit andere es auch mal probieren können, denn es ist nicht viel dabei, alles kommt mit der Übung.


ANHANG


Verwendetes Werkzeug und andere Utensilien

Verwendete Bausätze:
· Umbausatz von New Connection
· Panzer I- B von ITALERY/ ZVEZDA
· Ketten Nr. ATL- 20 von Friulmodel

Verwendetes Werkzeug:
· Cutter mit schmalen Klingen
· Kleiner Seitenschneider
· Handelsübliche Schere
· Gerade Spitzpinzette
· Abgewinkelte Spitzpinzette
· Kleiner Schraubenzieher Klinge 3,5 mm
· Handbohrer mit dazugehörigen Bohrern (0,2mm – 1,2 mm)
· Elektrobohrer Marke PROXXON
· Dazugehörige Schneid, Trenn, Schleifscheiben und Bohrer
· Zahnstocher (aus ´nem Restaurant geklaut)
· Wattestäbchen
· Pinsel in diversesten Breiten und Arten (Haarpinsel und Borstenpinsel
· Bleistift
· Kleine Dreikantfeile
· Airbrushpistole AZTEC mit Kompressor

Kleber:
· Superkleber Marke PATTEX Blitzkleber
· Plastikkleber REVELL Contacta Professional

Farben und andere Pasten sowie Säfte:

LIFECOLOR:
· Hellgrau UA 021
· Matt Weiß LC 01
· Matt Schwarz LC 02
· Japan Medium Brown UA 125
· Matt Leather LC 36
· Matt Dark Blue LC 10
· Glänzend Schwarz LC 52
· Grauviolett UA 073
· German tank Brown UA 082
· Sand Yellow UA 081
· German Desert Yellow UA 084
· German Tank Grey ´43 UA 022
· Matt Natural Metal LC 24
· Matt Gun Metal LC 26
· Neutral grey 43 UA 046
· Grau UA 028
· Mattlack LC 27
· Dark Earth UA 092
· Schwarzgrau UA 030

Andere verwendete Farben und Säfte:
· Revell Color Klarlack Glänzend Nr. 1
· Ölfarbe Umber Natur
· Nagellackentferner
· Essig
· Terpentin
· Pastellkreidenstaub „Schwarz“
· Pastellkreidenstaub „Raw Siena“
· Wasser (zum Verdünnen und Aufkleber ablösen)
· Alkoholisches Handdesinfektionsmittel
·
Sonstige Materialien:
· Schaumstoff
· Klebeband
· Dünner Kupferdraht (ca. 0,5 mm)
· Verschiedene alte Ätzteilsätze
· Antennenstab (unbrechbar und hochflexibel)
· Spachtelmasse (zwei Komponenten von Andrea, eigentlich
Skulpturmasse)
· Polystyrolplatten in verschiedenen Stärken
· Büroklammer
· Viel Geduld und vor allem Spaß an der Arbeit

Referenzliteratur:
· Die Panzerkampfwagen I und II und ihre Abarten (Walter J. Spielberger, Motorbuchverlag, ISBN 3-87943-335-6)
· Die Deutschen Panzer 1926 – 1945 (F.M. von Senger und Etterlin, Bernard & Graefe Verlag, ISBN 3-7637-5988-3)
· Die 7. Panzerdivision, Bewaffnung Einsätze, Männer (Hasso v. Manteuffel, Podzun- Pallas- Verlag, ISBN 3-89555-043-4)
· Die 2. Panzerdivision, Bewaffnung, Einsätze, Männer )Franz Steinzer, Nebel Verlag GmbH, ISBN 3-89555-090-6)
· Tarnanstriche des deutschen Heeres 1914 bis heute (Johannes Denecke, Bernard & Graefe verlag, ISBN 3-7637-6219-1)
· Die deutsche Panzerwaffe im Zweiten Weltkrieg ( George Forty, Bechtermünz Verlag, ISBN 3-8289-5327-1)
· Panzer und Kettenfahrzeuge des Zweiten Weltkrieges (Jean Restayn, Bechtermünz Verlag, ISBN 3-8289-5330-1)
· Geschichte der Panzergrenadierdivision „Großdeutschland“ (Thomas McGuirl/Remy Spezzano, Nebel Verlag GmbH, ISBN 3-89555-033-7)
· Diverse Internetseiten



Bauzeit: vom 07. Juni 2003 bis 19. Juni 2003 jeweils abends für 2-3 Stunden, manchmal etwas länger (an Feiertagen und Wochenenden), also insgesamt knapp 60 Stunden.

Also liebe Modellbaufreunde, jetzt heißt es nicht mehr nur lesen, sondern nachbauen und nachmachen, versuchen es noch besser zu machen. Und wenn´s beim ersten Mal nicht funktioniert: Macht nichts, gleich ans nächste Werk und die vorher gemachten Fehler vermeiden, nur so schafft man es ein wirklich tolles Modell zu bauen und besser zu werden. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

by VALENTAN






































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