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Autor:Michael Valentan
MK II Armoured Car SALADIN



Heute möchte ich über ein richtiges Fossil des Modellbaus berichten. Es handelt sich um ein Modell des Saladin- Spähpanzers. Dieser Radpanzer wurde kurz nach dem 2. Weltkrieg projektiert und wurde ganz klar von den damaligen Fahrzeugen beeinflusst.
Er hatte 3 Achsen, und konnte damit bis zu 75 km/h schnell werden. Bewaffnet war er mit einer 76mm Kanone sowie 2 7,62mm Maschinengewehren.
Bereits damals wurde darauf geachtet, dass das gesamte Fahrzeug luftdicht abgeschlossen werden kann, um Schutz vor ABC- Kampfstoffen zu bieten.
Das Fahrzeug wurde in eine Vielzahl von Ländern exportiert, ein Einsatz kann mit Videoaufnahmen aus dem 1. Golfkrieg durch die Kuwaitis gegen die einmarschierenden Irakis eingesetzt.

Der Bausatz:


Der Bausatz ist der alte Tamiya- Bausatz und dürfte fast genausoalt wie ich selbst sein. Dementsprechend sieht das Modell auch aus. Was erst einfach aussah wurde bei genauerem Betrachten zum schnellen Horror. Kurz und gut: Fast der gesamte Bausatz musste modifiziert werden. Doch dazu später. Das Modell wurde damals in hellbraunem Plastik gespritzt. Die Reifen wurden bereits damals (Was für ein Gegensatz zu heutigen Reifen) aus schwarzem Gummi gegossen und liegen dem Bausatz bei. Der Bausatz hat noch die für die 70er-Jahre typischen Erhöhungen, wo eigentlich Vertiefungen sein sollten. Teile und Detaillierung ist (fast) nicht vorhanden.



Der Bau:


Ich begann damit, alle Öffnungen an der Wanne zu verschließen. Dann wurden die Haltegriffe an den dreieckigen Staukästen zwischen den Rädern neugestaltet. Diese waren als Höcker dargestellt, wo eigentlich Vertiefungen mit vertikalen Streben sein sollten. Die Staukästen wurden hinten verschlossen.
Kommen wir zur Oberseite der Wanne: Am Heck wurde ein Stück Gitter über dem Lüfterauslaß befestigt, welches mit einem Rahmen versehen wurde. Am Motorheck wurden sowohl die Scharniere, die Motorabdeckungen sowie die Schwenkanschläge nachgebildet. Am hinteren linken Kotflügel wurde ein Kanister befestigt (aus der Krabbelkiste)sowie daneben das kleine Verbandskästchen befestigt. Am rechten die in der Bauanleitung angezeichnete Nummerntafel gebaut.
Der runde Körper daneben (was immer das auch ist) wurde oben verlängert, damit er bündig abschloß sowie oben am Heck noch mit dünnem Kupferdraht die Haltebügel für Spanngurte angebracht..



Alle Staukästen wurden verstärkt, da sie dezidiert zu schmal waren. Die vorderste links wurde nahezu doppelt so breit. Rechts noch eine Feuerlöscherhalterung sowie hinten das Schanzwerkzeug mit Befestigungen, jetzt konnte der Bug in Angriff genommen werden.



Am Bug wurde die absolut nicht berücksichtigte Seilhalterung mit Draht dargestellt, ebenso wurden alle Winkelspiegel neugebaut.
Am Heck noch zwei Abschleppösen selbstgemacht, Hurra, die Wanne ist fertig.
Der Turm: Ein seltsames Gebilde, welches in seinen äußeren Abmessungen (Höhe und Breite) nicht mal annähernd ans Original heranreicht. Kann man bei der Breite noch darüber hinwegsehen, wird das ganze bei der Höhe wirklich frappierend: Ganze 4,5 mm zu niedrig! Da half nur: Aufdoppeln. Also wurde der ganze Turm mal außen mit einer 2mm starken Plastikplatte verstärkt. Damit wurden auch alle (eigentlich eh nicht vorhandenen) Details überdeckt. War am Ende eigentlich ganz gut so, konnten nun doch jede Detaillierung nachträglich selbst angebracht werden, ohne von vorgefertigten Löchern gestört zu werden.



Also wurden zirka 20 Spanngurthalterungen nachgebildet. Danach noch die Halterung für die Nebelwerfer selbstgebaut, eine neue Blende für die Kanone, bei den MG´s die Kühllöcher von Erhöhungen in Vertiefungen umgewandelt, neue Antennensockel selbstgebaut (die aus dem Bausatz wären im Original 35 mm stark), diverse Kleinteile angeklebt der Kanone noch ein neues Rohr verpasst sowie ein Abschleppseil gebastelt, fertig war das Modell. Bauzeit zirka 20 Minuten, Umbauzeit sowie Eigenbau knapp 24 Stunden.



Das Modell sah nun aus wie ein Modell mit Feuchtblattern, überall weiße Teilchen.



Lackierung:


Zur Lackierung gibt es nicht viel zu sagen. Zuerst wurde das ganze Modell mit Alkohol „gewaschen, um den Fettfilm von den verschiedenen Materialien herunterzubekommen.



Danach wurden die Reifen wieder entfernt, die Felgen blieben jedoch an Ort und Stelle. Das spart das mühselige In-der-Hand-halten beim Lackieren!
Nachdem der Alkohol verdampft war zeigen sich nun unschöne grau-braune Schlieren auf dem weißen Material (Zersetztes Hautfett sowie Trennmittel). Nun wurde das gesamte Modell satt mit „Desert Yellow“ (Tamyia XF-59) lackiert.
Nach zirka einem Tag Trocknen wurden die unregelmäßigen braunen Flecken aufgesprüht. Die Farbe hiezu ist das Rotbraun von Tamiya (XF-64).
Nun wurden auch die Reifen wieder montiert. Und die Antennen wurden abgespannt, was ich mit ein wenig Bleifolie sowie einer dünnen Plastikschnur bewerkstelligte.
Nach einem abermaligen Tag des Trocknens ging es nun ans trockenmalen. Dieses Drybrushing wurde mit „J.N. Grey“ (XF- 12) bewerkstelligt. Dadurch bekam das ganze Modell einen leicht gräulichen Schimmer sowie die Kanten und Erhöhungen traten deutlicher hervor.



Nach einer abermaligen Trocknungspause habe ich an den Stellen, an denen später die Decals sitzen sollten, klaren Lack (auch Glanzlack genannt) aufgebracht. Einfach mit dem Pinsel dünn auftupfen. Dafür die Airbrush anzuwerfen war mir zu mühselig. Ist der Lack einmal getrocknet, werden die Decals an Ort und Stelle platziert. Diese waren trotz des Alters relativ stabil, nur eines riß beim abschieben in zwei Hälften, diese konnten aber leicht wieder zusammengefügt werden. Es folgte das übliche Brimborium um die Decals, mit Weichmachern, andrücken, abreiben,....Schlussendlich saßen sie eben auf dem Modell ohne Wellen zu schlagen oder eine Luft- oder Wasserblase einzuschließen. Und damit sie nicht nach gewisser Zeit wieder abfallen, weil der Kleber sich zersetztwurde das ganze mit einer neuen Schicht Glanzlack versiegelt.



Als auch dieser getrocknet war wurde das gesamte Modell mit Mattlack lackiert. Nachdem meist eine Schicht nicht reicht wird dieser Vorgang noch einmal wiederholt.
Nachdem das gesamte Werk gut durchgetrocknet war ( zirka 2 Tage) erfolfte nun ein Washing mit einer dünnen Ölfarbe- Terpentin-Mischung. Auch diese muß man nun gut antrocknen lassen. Wichtig dabei ist das nichtaufgelöste Ölfarbreste auf das Modell gelangen und dort unschöne Kügelchen bilden.
Jetzt ist es fast volbracht, nur noch die Glasteile (Scheinwerfer, Rückspiegel, Winkelspiegel,...) mit Glanzlack überziehen, nachdem man ihnen vorher die richtige Farbe gegeben hat (Silbergrau, Rot oder dunkelblau-schwarz).
Noch den Auspuff sowie das Rohr und die Nebelwerfer innen schwarz ausgemalt und fertig war die Lackierung.
Als letztes Finish wurde das gesamte Modell dünn „eingestaubt“. Dies bewerkstelligte ich mit Farbpigmenten von CMK (Light Earth).

Und damit war das Modell fertig!

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