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Autor:Holger Nitsche und Michael Valentan

Zimmeritbelag



Zimmeritbelag


Viele Fahrzeuge wurden in der Zeit des Zweiten Weltkrieges von den Deutschen mit einer antimagnetischen Paste, teilweise sogar mit Zement überzogen, um die Anbringung von Haftminen (Magnetminen) zu verhindern oder wenigstens zu erschweren!
Als Modellbauer hat man mehrere Methoden zur Auswahl, diesen Zimmeritbelag darzustellen:

A) Das Aufkleben von vorgefertigten Folien
B) Die Anfertigung mittels Lötkolben
C) Das Aufbringen von Spachtelmasse
D) Er ist bereits am Modell

A) Das Aufkleben von vorgefertigten Folien

Es gibt bereits von manchen Firmen Folien, die aus einer Art Kunstharz bestehen und dementsprechend behandelt werden müssen (Also kein kleben mit Plastikkleber). Diese Folien sind relativ dünn, aber deshalb auch leicht zu biegen und an das Modell anzulegen. Noch dazu sind bereits einige baulichen Gegebenheiten des Fahrzeuges wie Halterungen an diesen Folien mitberücksichtigt, genauso wie abgeblätterte Stellen des Zimmerit.
Allerdings zeigen sich, wenn man nicht aufpasst unschöne Spalten an den Kanten, wo sich das Material aufbäumt oder sich der Kleber darunter herausdrückt. Noch dazu ist die Verklebung mit Superkleber nicht leicht zu handhaben. Und da man doch alle Unebenheiten und kleinen Einzelheiten des Modells abschleifen muß ist diese Methode vielleicht für den Anfänger nicht leicht zu handhaben.

B) Die Anfertigung mittels Lötkolben

Das Anfertigen des Zimmeritbelages mittels Lötkolben bringt für mich die schönsten Ergebnisse. Allerdings kann man nicht jeden X- beliebigen Lötkolben nehmen, sondern nur einen elektronisch verstellbaren, den man auf die genaue Temperatur einstellen kann. Diesen stellt man auf eine Temperatur zwischen 150° und 200 ° Celsius und schmilzt damit den Zimmeritbelag direkt in die Oberfläche des Modells. Dies setzt natürlich voraus dass das Modell aus PVC (Plastik) und NICHT aus Kunstharz besteht. Noch dazu kommt es auf die Firma des Modells an, da zum Beispiel Tamiya- Modelle besser geeignet sind als Dragon- oder Italerie- Modelle, da diese ungewünscht lange Fäden ziehen. Anscheinend kommt es hier auf den Schmelzpunkt an, also diesen immer erst durch ausprobieren auf einer Innenseite herausfinden!



Dabei muß man natürlich alle bereits am Modell angedeuteten Schweißnähte und Vertiefungen planschleifen bzw. zuspachteln.





Allerdings muß man dabei berücksichtigen, dass nicht alle Oberflächendetails unter dem Zimmerit „begraben“ werden, sondern weiterhin aus diesem hervorstehen. Fotos aus diversesten Büchern und aus dem Internet helfen beim Herstellen eines realistischen Aussehens. Allzu genaues Kopieren vom Original aufs Modell sollte man aber vermeiden, „schlampiges“ Arbeiten ist kein Problem, da nur einige Fahrzeuge werkseitig mit Zimmerit ausgerüstet wurden und die Masse in Feldwerkstätten mit dem Belag teilweise unter Zeit- und Feinddruck versehen wurde. Weiters muß man berücksichtigen, dass nicht alle Fahrzeuge den gesamten Krieg hindurch Zimmeritbeläge erhielten. Genaue Info´s siehe Literatur!

Zurück zur Methode: Mittels Lötkolben werden die in der Realität mit einer Spachtel aufgebrachten Zimmeritmuster direkt in die Oberfläche eingeschmolzen. Gewellte, Karierte oder Waffelmuster sind KEIN Problem, dieses stellt sich nur bei den gepunkteten Mustern der Sturmgeschütze, da man diese durch eine der anderen Methoden realistischer darstellen kann.

An Stellen, wo man eine Abplatzung darstellen will setzt man einfach keinen Zug des Lötkolbens an. Durch die sowieso leicht gewellte Oberfläche nach der Behandlung und die glatte unbehandelte Oberfläche entsteht der Effekt einer „Vertiefung“, als wäre wirklich eine dünne Schicht Material aufgebracht worden. Diese muß man natürlich am Schluß andersfarbig bemalen, da hier ja die werkseitige Grundierungsfarbe hervorscheint.







Der meiner Meinung nach größte Vorteil dieser Methode ist die Gewichtsersparung sowie dass fast jeder einen Lötkolben wie einen Bleistift handhaben kann. Falls man keinen Lötkolben hat, der einstellbar ist: Keine Angst, man muß ihn ja nicht nur für´s Modellbauen verwenden.

C) Nun zur vielpropagierten Methode des Aufbringens von Spachtelmasse:


Klarerweise bringt diese Methode sehr schöne und auch realistische Ergebnisse. Aber die Ergebnisse rechtfertigen nicht die hohen Kosten, welche die Spachtelmasse mit sich bringt, da man sich diese sowieso kaufen muss. Als Anhalt kann man rechnen: Ein Königstiger ist eine halbe Schachtel EDUARD-Spachtelmasse.
Auch muss man berücksichtigen, dass man nicht zu dick aufträgt, denn sonst verschwinden gewisse Details unter einer Schicht der Masse. In der Realität war der Belag zwischen 1 und 2 Zentimeter dick, also ist man am Modell mit einem Millimeter bereits viel zu dick.



Für Anfänger oder Neulinge ist diese Methode nicht empfehlenswert, da sie gerade am Anfang, wo man ja noch mit voller Begeisterung und Enthusiasmus arbeitet und noch nicht so aufs Detail schaut für Frustration gesorgt, weil man gerade einmal danach trachtet die Teile gerade hinzubekommen.
Allerdings verzeiht diese Methode einiges, denn man kann etwaige Fehler leicht verdecken.





Abplatzungen stellt man hier dar, indem man den bereits leicht angetrockneten Putty mit einem Messer herunterkratzt. Dabei muß man aber darauf achten, dass keine unschönen Reste zurückbleiben. Wenn dabei ein Stück abreißt, einfach wieder mit dem Finger vorsichtig festdrücken, sieht nach der Bemalung genial aus.

D) Er ist bereits am Modell

Es gibt bereit einige Modelle, bei denen der Zimmeritbelag bereits fix am Modell ist.
Dies bringt sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Zuerst die Vorteile:
Man muss sich klarerweise nicht um den Zimmeritbelag kümmern, sondern kann sofort mit Zusammenbau und Bemalung beginnen.
Weiters ist die Masse dieser Modelle sehr schön ausgeführt.
Die Nachteile: Da der Zimmerit bereits fix ist, lässt sich daran nichts mehr verändern. Das heißt alle Modelle sehen gleich aus, etwas das nicht realistisch ist. Auch platzt der Zimmerit nicht bei allen Fahrzeugen an der gleichen Stelle ab. Und diese fertigen Zimmerite sehen alle aus, als wäre das Fahrzeug gerade aus der Fabrik gerollt.
Einzige Alternative sind sündhaft teure Resinmodelle, bei denen meist nur die Oberwanne im Umbausatz enthalten ist.



Damit muß man sich für den Rest des Bausatzes sowieso eine der drei anderen Methoden aussuchen.



Und die meisten dieser Modelle kommen von Klein – und Kleinstherstellern und sind dementsprechend teuer und nicht oder nur sehr schwer zu erhalten.
Damit wären alle vier Methoden behandelt worden. Die Methode „Spachtelmasse“ wurde betont kurz gehalten, da darüber bereits genug geschrieben wurde und jeder eine eigene Meinung hat.

Am besten man sucht sich die Methode aus, die einem am Besten behagt und versucht sich dann darin zu perfektionieren.
Über die Lötkolbenmethode wurde bewusst ausführlich geschrieben, da diese den meisten unbekannt ist und von vielen nicht einmal erwogen wird („Oh Gott, was ist wenn ich ein Loch in mein Modell schmelze?“).
Es ist klar dass reales Aufbringen von diversesten Schichten realistischeres Aussehen bringt, aber wer wird das Modell schon vermessen. Und nach dem Bemalen gibt es (fast) keinen Unterschied mehr zu sehen, im Gegenteil die Lötkolbenmethode bringt zum Teil schönere Ergebnisse, weil sie nie so regelmäßig wird wie andere.

by WoWi

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